Die Zukunft im Gewächshaus: Eine smarte HTL-Diplomarbeit

2 min lesen
May 11, 2026 10:50:08 AM

Wenn die Technik die Natur versteht ...

Stellen Sie sich ein Gewächshaus vor, welches nicht nur Pflanzen beherbergt, sondern sie auch versteht. Es weiß, wann die Erde durstig ist, es erkennt, wenn die Sonne zu stark brennt, und es meldet sich per App zu Wort, wenn ein Schädling die Blätter bedroht. Was wie Science-Fiction klingt, haben Hannes Egger, Andreas Achrainer und Christian Baumann (Im Bild von links nach rechts) von der HTL Anichstraße im Rahmen ihrer Diplomarbeit Wirklichkeit werden lassen.

Die drei angehenden Wirtschaftsingenieure haben unter dem Titel „Energieautonomes Gewächshaus mit IoT-Anbindung und Appsteuerung“ ein System geschaffen, das weit mehr ist als eine bloße Hülle aus Glas und Metall. Ihr „energieautonomes Gewächshaus“ funktioniert wie ein kleiner, eigenständiger Organismus. Den Strom für sein digitales Gehirn bezieht es direkt von der Sonne. Dank einer Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher bleibt das System auch dann aktiv, wenn die Wolken den Himmel verdeckt haben.

Im Inneren wacht eine unsichtbare Hand über das Wachstum. Sensoren fühlen tief in den Boden hinein und messen die Luftfeuchtigkeit sowie das Licht. Sobald die Werte von der Idealnorm abweichen, reagiert die Technik sofort. Pumpen fördern Wasser, Lüfter sorgen für frischen Wind oder die Heizung springt bei Kälte an. Um stets den Überblick zu behalten, bündelt eine selbst entwickelte App alle relevanten Daten. Das Besondere daran ist die integrierte künstliche Intelligenz. Wer sich unsicher über den Zustand seiner Pflanzen ist, macht einfach ein Foto. Die Software analysiert das Bild und erkennt frühzeitig Krankheiten oder Stressfaktoren, womit man quasi einen digitalen Gärtner in der Hosentasche trägt.

Wir von Raiffeisen Regenerative haben dieses Projekt gemeinsam mit unserem Partner Solar-Energy durch PV-Module, einen Wechselrichter und den Batteriespeicher Victron MultiPlus 12/800 unterstützt. Unser technischer Leiter Erich Huber begleitete Christian zudem persönlich bei der fachlichen Planung. Den Anstoß für diese Idee gab ihr Betreuer DI (FH) Hannes Klotz, der nicht nur das Thema vorschlug, sondern auch die Brücke zwischen der Schule und uns als Partner schlug.

Bei der Präsentation in der HTL ende April war deutlich spürbar, mit wie viel Präzision hier gearbeitet wurde. Dass Christian und Andreas ihre Technologie nun direkt zu Hause in den elterlichen Gewächshäusern verbauen möchten, beweist, dass ihre Arbeit kein theoretisches Konstrukt bleibt, sondern echten Nutzen stiftet. Für die drei Absolventen steht nach der Matura nun erst einmal der Zivildienst an, bevor sich neue Wege eröffnen. Wir blicken mit Stolz auf das Ergebnis dieser Zusammenarbeit und sind gespannt, welche Ideen diese nächste Generation noch in die Welt tragen wird. 

Collage von