Planbare Energiekosten für einen Urlaubs-Bauernhof im Pitztal

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Apr 14, 2026 1:31:57 PM

4* Urlaubsbauernhof

10 Betten, 2 Ferienwohnungen

PV-Anlage

20 kWp mit Speicher

Wellness & Ladesäule

Sauna & E-Ladestation für Gäste

Wie ein Tiroler Familienbetrieb Stromkosten senkt – und der abendliche Saunagang mit eigenem Sonnenstrom läuft

Der Betrieb im Überblick

Ein familiengeführter 4*-Urlaubsbauernhof im Pitztal mit zehn Betten und zwei Ferienwohnungen steht exemplarisch für viele touristische Kleinbetriebe in Tirol. Der Betrieb ist ganzjährig geöffnet – im Sommer wie im Winter – und verbindet familiäre Atmosphäre mit zeitgemäßem Komfort. Zum Angebot zählen ein Wellnessbereich mit Sauna sowie eine E-Ladestation für Gäste.

Bereits früh entschied sich die Betreiberfamilie für eine nachhaltige Energieversorgung und installierte eine 20 kWp Photovoltaikanlage. Ziel war es, Energiekosten zu senken und ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen.

Die Ausgangslage:

Viel Sonnenstrom, aber steigende Kosten

Obwohl die PV-Anlage zuverlässig Strom produzierte, entwickelte sich die Kostenstruktur anders als erwartet. Die Stromproduktion fiel vor allem in die Nachmittagsstunden, während der Energiebedarf des Betriebs stark in die Abendzeit verschoben war.

Die Sauna wird üblicherweise gegen 18:00 Uhr eingeschaltet, wenn die PV-Leistung bereits abnimmt. Auch die Gäste laden ihre Elektrofahrzeuge meist nach einem Tagesausflug oder Skitag – ebenfalls in den Abendstunden. Dadurch entstand eine deutliche Diskrepanz zwischen Erzeugung und Verbrauch.

Die Folge:

Tagsüber wurde viel Strom ins Netz eingespeist, abends musste teurer Netzstrom bezogen werden. Zusätzlich führten die hohen gleichzeitigen Verbraucher zu Lastspitzen.

Die Vermieterin beschreibt die Situation so:
„Wir haben zwar in eine PV-Anlage investiert, jedoch sind die Stromkosten durch zusätzliche Verbraucher weiterhin gestiegen. Deshalb waren wir auf der Suche nach einer Lösung, den Sonnenstrom für die Nachtstunden zu speichern.“

Die Zielsetzung:

Wirtschaftlich denken, nachhaltig handeln

Gemeinsam mit der Raiffeisen Regenerative wurden klare Ziele definiert. Im Fokus stand nicht nur ökologische Optimierung, sondern vor allem wirtschaftliche Stabilität.

Ziele des Projekts:

  • Stromkosten langfristig planbarer machen
  • Eigenverbrauch signifikant erhöhen
  • Lastspitzen reduzieren
  • Nachhaltigkeit für Gäste sichtbar machen
  • Investition mit klarer Amortisation darstellen

Die zentrale Fragestellung lautete: Wie kann der vorhandene Sonnenstrom zeitlich so verschoben werden, dass er genau dann zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird?

Das umgesetzte Energiekonzept

Nach einer detaillierten Analyse des Lastprofils wurde kein zusätzlicher Ausbau der PV-Leistung empfohlen, sondern die Integration einer Speicherlösung. Entscheidend war die systemische Betrachtung von Erzeugung, Verbrauch und saisonalen Schwankungen.

Der installierte Batteriespeicher übernimmt heute mehrere Funktionen: Er speichert überschüssigen PV-Strom am Nachmittag und stellt ihn in den Abend- und Nachtstunden zur Verfügung. Gleichzeitig reduziert er Lastspitzen, welche durch den Wellnessbereich und bei der E-Mobilität entstehen.

Das System wurde zudem speziell auf den saisonalen Betrieb des Tourismusbetriebs abgestimmt. In Hochphasen wird eine besonders hohe Eigenverbrauchsquote erreicht, während das System in ruhigeren Zeiten wirtschaftlich effizient bleibt.

Bestandteile der Lösung:

  • Optimierung der bestehenden 20 kWp PV-Anlage
  • Integration eines Batteriespeichers
  • Lastspitzenmanagement im Wellnessbereich
  • Einbindung in eine Energiegemeinschaft
  • Saisonale Systemoptimierung

Die Ergebnisse

nach dem ersten Betriebsjahr

Die Wirkung der Maßnahmen zeigte sich bereits im ersten Jahr deutlich – sowohl technisch als auch wirtschaftlich.

Die Eigenverbrauchsquote konnte um 67 % gesteigert werden. Dadurch reduziert sich der Netzstrombezug signifikant. Die jährliche direkte Stromkostenreduktion beträgt rund 1.900 Euro. Zusätzlich werden etwa 770 Euro durch Einspeisung im Rahmen der Energiegemeinschaft erzielt.

Ergebnisse auf einen Blick:

  • +67 % Eigenverbrauch
  • 1.900 € jährliche Stromkostenreduktion
  • 770 € zusätzliche Erlöse aus Energiegemeinschaft
  • 2.670 € Gesamtersparnis im ersten Jahr
  • 6,7 Jahre Amortisationszeit

Neben der rein finanziellen Betrachtung hat sich auch die Planungssicherheit verbessert. Der Betrieb ist weniger abhängig von Strompreisschwankungen, Lastspitzen sind kontrollierbar und Energiekosten kalkulierbarer.

Mehrwert für Gäste und Positionierung

Nachhaltigkeit wird zunehmend zum Buchungsfaktor – besonders im alpinen Tourismus. Gäste nehmen bewusst wahr, wenn E-Ladestationen und Wellnessangebote mit regional erzeugtem Sonnenstrom betrieben werden.

Der Betrieb nutzt dies aktiv in seiner Kommunikation. Die Energielösung ist nicht nur ein technisches System im Hintergrund, sondern Teil der Positionierung als moderner, verantwortungsbewusster Gastgeber.

Fazit:

Vom Kostenfaktor zur strategischen Energieentscheidung

Dieses Beispiel zeigt deutlich: Eine Photovoltaikanlage allein garantiert noch keine optimale Wirtschaftlichkeit. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch und Speicherung.

Erst durch die intelligente Kombination aus PV-Anlage, Speicher, Lastmanagement und Energiegemeinschaft entstand ein wirtschaftlich tragfähiges Gesamtsystem.

Für den Urlaubsbauernhof im Pitztal bedeutet das heute:

Der abendliche Saunagang läuft mit selbst gespeichertem Sonnenstrom – und die Energiekosten sind deutlich besser planbar.

Die Raiffeisen Regenerative begleitet Betriebe von der Analyse des Lastprofils über die technische Auslegung bis hin zur Wirtschaftlichkeitsberechnung und Umsetzung. Denn nachhaltige Energie ist dann eine echte Lösung, wenn sie sowohl ökologisch sinnvoll als auch betriebswirtschaftlich überzeugend ist.

ierzerhof3.1

Pitztal I 4*

Urlaubsbauernhof

Aufnahme vom Urlaubsbauernhof von außen

2 Ferienwohnung

10 Betten

Sauna

Wellness

mit Sauna

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