Strom ist üblicherweise wenig greifbar. Oft scheint der Strompreis auch überteuert zu sein.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Objektiv betrachtet ist der Strompreis in Tirol unter den Niedrigsten in ganz Österreich. Was jedoch auf den Strompreis (= Arbeitspreis) draufgerechnet wird, sind Netzentgelte, die den Ausbau des öffentlichen Stromnetzes finanzieren sollen. Hinzu kommen noch Abgaben und Steuern. Somit macht der Arbeitspreis in Tirol eigentlich nur rund 40 % des Bruttostrompreises aus.
Die Entgelte, Abgaben und Steuern sind gesetzlich geregelt. Den Arbeitspreis legt jeder Energieversorger selbst fest. Abhängig ist der Preis von der internationalen Strombörse. Dort wird der Strom eingekauft. Dies unterscheidet Energiegemeinschaften von Energieversorgern. Energiegemeinschaften nutzen nur den Strom, der vor Ort und zu dieser Zeitproduziert wird. Aus diesem Grund muss er keine langen Strecken zurücklegen.
Eine Energiegemeinschaft schafft die Möglichkeit, dass Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden ihren produzierten Strom, der hier in der Region aus PV-Anlagen, Wasserkraft oder Biogas erzeugt wird, auch wieder vor Ort verbraucht wird. Im Gegenzug erhalten sie einen fairen Einspeisetarif, der ganzjährig sehr konstant ist. So bleibt das Geld in der Region, stärkt heimische Betriebe und schafft eine echte Gemeinschaft.
Viele unserer Energiegemeinschaften von Raiffeisen Regenerative werden als Genossenschaften geführt. Diese Rechtsform kennt man meist aus der Landwirtschaft. Eine Genossenschaft hat nicht das Ziel der Gewinnmaximierung, sondern wirtschaftet im Sinne der Mitglieder. Dies bedeutet, dass Gewinne üblicherweise im Sinne der Mitglieder investiert werden oder die Preise gesenkt werden. Mögliche Investitionen sind zum Beispiel Gemeinschaftsbatteriespeicher.
Für eine Mitgliedschaft muss ein Genossenschaftsanteil in der Höhe von 10 € gekauft werden. Dies ist eine Art Pfand. Tritt man aus, bekommt man diesen wieder zurück. Für Einspeiser gibt es eine einmalige Einspeisegebühr von 50 € für Privatpersonen und 100 € für Unternehmen. Dafür ist der Einspeisetarif übers Jahr gesehen „besser.“ Es gibt keine Jahres- oder Servicegebühren.
Eine Energiegemeinschaft vollbringt keine Wunder und verbessert die Situation nur für einen Teil des Strombedarfs. Sie ermöglicht es jedoch, dass man Strom beziehen kann, welcher vor Ort nachhaltig erzeugt wurde. Also aus PV-Anlagen, Wasserkraft oder Biogas. Außerdem bleibt das Geld in der Region. Der Großteil der Stromkosten geht nämlich als Einspeisevergütung an andere Mitglieder vor Ort. Es ist also eine Möglichkeit Ökostrom zu beziehen, dabei ein wenig zu sparen und mehr Wertschöpfung in der Region zu generieren.